Die ersten Früchte meiner Arbeit!

Wie ich Euch vorgestern schon erzählt habe waren die letzten Wochen etwas aufregend.

Heute bin ich froh und glücklich, dass alles was ich mir im letzten halben Jahr an Zielen gesetzt habe zu einem erfolgreichen Abschluss bringen konnte. Ich bin auch ein kleines bisschen stolz, Euch von meinen Ergebnissen erzählen zu können.

Hier kommt alles wieder in chronologischer Reihenfolge:

Im August, als ich hier ankam, startete ich damit regelmäßig ein bisschen zu laufen. Am Anfang war es die Hölle. Die hohen Temperaturen, die etwas andere Ernährung und die vielen neuen Bedingungen waren wirklich kräfteraubend. Nach ein paar Monaten hatte ich mich aber daran gewöhnt und machte zwei bis drei mal in der Woche Sport.

Im Oktober hatte ich im Internet gelesen, dass in Chennai am 13.12.15 ein außergewöhnliches Sportevent geplant wurde. Tragischerweise wurde durch die sintflutartigen Regenfälle und die folgende Flutkatastrophe in diesem Zeitraum, Chennai unter Wasser gesetzt. Selbstverständlich konnte unter diesen Bedingungen kein Sportevent stattfinden und es wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Am 31.01.16 war es dann endlich so weit. Der Wipro Chennai Marathon wurde angepfiffen.

Ich musste um 2.15 Uhr morgens aufstehen um pünktlich an der Startlinie zu sein. Glücklicherweise hatte ich ein paar Wochen zuvor ein paar weitere Runner am Loyola Campus in Chennai kennengelernt, die für die Teilnahme am 10 Kilometerlauf und Halb-Marathon trainierten. Ich war der Einzige der über die volle Distanz ging.

12657310_805433519567700_5911913133239325260_oIn Mitten von ca. 1000 Runners startete ich meine Journey um 4 Uhr morgen12605341_10153823015161668_8015152222669724407_o.jpgs. Es war schon eine außergewöhnliche Stimmung zwischen so vielen Verrückten mitten in der Nacht auf eine Distanz von 42.195 Metern zu starten. Ich war froh, dass die Strecke sehr gut vorbereitet war. Circa alle 2,5 Kilometer gab es Wasser und Früchte, sowie Medical Support wenn es notwendig war. Also starteten wir in die Dunkelheit. Vorher hatte ich mir die Strecke sowie Kilometerangaben sehr gut eingeprägt. Plötzlich wurde jedoch der Streckenverlauf geändert und wir mussten durch eine stockfinstere Wohngegend laufen. Ich hatte glücklicherweise eine Taschenlampe dabei und konnte so den anderen Läufern den Weg mit beleuchten.

 

Nach circa 10 km kamen wir dann wieder auf unsere geplante Strecke. Hier rannten auch schon die Halbmarathonläufer.

12631439_1014982855229443_1948254743062566785_nAm Halbmarathon nahmen ungefähr 3000 Menschen teil. Leider war es ziemlich schwierig durch diese Menschenmasse zu kommen, weil viele schon nach wenigen Kilometern gingen. Nach ca. 8 km wurden die Halbmarathonläufer wieder von den Marathonläufern getrennt. (Diese durften wieder Richtung Ziellinie laufen). Ich musste aber noch weiter.

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Das Gute daran, die Strecke war danach wieder völlig frei und ich konnte mich an den Verpflegungsstationen sehr gut mit Früchten und Wasser ausstatten. Nach circa 34 Kilometern und 3.45 Stunden wurde es aber richtig anstrengend. Die Beine brannten und plötzlich wurden die 10k Runner auf unsere Strecke geleitet. An diesem Spektakel 12615181_462970390575087_3708312447374528229_o.jpgnahmen ungefähr 10000 Menschen teil. Viele Teilnehmer verstanden leider den 10k Run als 10k Walk. Aus diesem Grund konnte ich mich die letzten 8 km nur noch zwischen den Menschen hindurch schieben.

 

12622211_463005240571602_7491510341790378551_o.jpg   12646766_10153420768727104_6136664048699793213_o

Am Ende war ich äußerst erschöpft und glücklich, dass ich meinen ersten Marathon mit einer richtig guten Zeit von 4:36:19 und auf Platz 84 beenden konnte.

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Alles in allem war es ein super Tag und ich freue mich schon auf den nächsten.

 

Mein zweites erfolgreiches Erlebnis war letzte Woche am Loyola Campus Chennai.

thumb_IMG_2508_1024Durch meine Arbeit am LCV und der Teilnahme an der Konferenz in Periakulam wurde ich eingeladen zu einer internationalen Konferenz am Loyola College Chennai vom 3.-5. Februar 2016. Ich war nicht nur eingeladen, ich sollte sogar über das Bildungssystem in Deutschland sprechen.

Da hier in Indien ein großes Problem im Ausbildungssystem liegt und beispielsweise 75% der Schulabgänger nicht „Employable“ sind (das bedeutet die Studienabgänger können in der Wirtschaft aufgrund mangelnder berufsspezifischer Ausbildung keinen Arbeitsplatz finden), sollte ich die Vorteile des deutschen Bildungssystems erklären. Da ich ja schon vor vielen Jahren meinen IMG_4785.JPGAusbildungsschein gemacht hatte und auch in meiner früheren Firma viele Auszubildende und Mitarbeiter begleiten durfte, hab ich unser duales Ausbildungssystem erklärt. Außerdem hatte ich die wesentlichen Unterschiede in den Erziehungstechniken und Wertvorstellungen zwischen Deutschland und Indien erklärt. Beispielsweise wird in Deutschland viel Wert auf das Verständnis des Lehrstoffes gelegt. Hier in Indien liegt leider der Fokus auf dem Auswendiglernen mit wenig Praxisbezug.

IMG_7662Ich hatte mich sehr gefreut, dass während meiner Rede viele Zuhörer im Publikum mit dem schreiben auf ihre Zettel nicht hinterher kamen. Die anschließende Diskussionsrunde bestätigte mir, dass das Publikum meine wichtigsten Punkte aufgenommen hatte. Zudem konnte ich zu einigen interessanten Rednern gute Kontakte herstellen.

 
Meine dritte, letzte und aufwendigste Odysee konnte ich erst diesen Mittwoch 17.02.16 erfolgreich abschließen. Aber kurz zu der Vorgeschichte:

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Im Oktober kam der Leiter des Betriebswirtschafts-Departments auf mich zu, ob ich nicht einen Beitrag in seinem Buch veröffentlichen möchte. Zu erst war ich etwas skeptisch um welche Art von Beitrag es sich handeln sollte. Aber ein paar Wochen später hatte er mir dann das Thema verraten. Es ging um „Emerging Trends in Management Science“ und dazu fand eine Conference am 17.02. statt.

Ok, dachte ich mir. Da ich ja damals im Jahr 2013 meinen Master in Management abgeschlossen hatte ist das bestimmt eine gute Möglichkeit zur Auffrischung.

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Also startete ich im letztes Jahr im November mit meinem Papier. Glücklicherweise bekam ich Zugang zur LIBA-Library (Loyola Institute of Business Administration) von Father Casimir Raj dem Direktor des Instituts. Dort waren die meisten Bücher verfügbar die ich brauchte.

Nachdem ich meinen ersten Entwurf im Dezember abgeschlossen hatte, kommentierte dankenswerterweise mein früherer Universitätsprofessor Helmut Karner meinen Beitrag.

Er gab mir sehr hilfreiche Tipps und Ideen welche Quellen ich noch hinzufügen könnte. Damit war ich dann nochmals einen Monat beschäftigt. Am Ende konnte ich die Abgabefrist für das Buch einhalten und mein Head of Department war absolut begeistert.

IMG_0095Ich wurde eingeladen für diese Konferenz die Keynote-Speech zu halten. Es war für mich ein besonderer Moment, als ich als Ehrengast meine erste Veröffentlichung in einem Journal entgegennahm. Leider kam ich erst am diesem Morgen um 5 Uhr von einer 30 stündigen Zufahrt aus Mumbai zurück und konnte daher meine Rede nicht üben. Irgendwie konnte ich das dann aber doch managen.

 

Nun habe ich fürs erste meine Langzeitarbeiten abgeschlossen und kann mich wieder voll auf die Arbeit in Vettavalam konzentrieren. Hierfür hab ich aber auch schon bestimmte Ideen.

Als ich letzte Woche auf einem Seminar in Mumbai war konnte ich glücklicherweise an der Messe „Make in India“ teilnehmen. Auf dieser Messe waren viele indische sowie internationale Unternehmen vertreten die in Indien tätig sind. Ich konnte mich von der Qualität der Produkte überzeugen und hab einige interessante Gespräche führen können.

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Besonders die Förderungen für Start-Up Unternehmen der indischen Regierung waren für mich äußerst interessant. Hoffentlich kann ich mit meinen Studenten für die Region um Vettavalam doch noch ein paar neue Felder säen …

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